Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihrem Kind nach dem Trockenwerden noch ein Stuhlgang-Missgeschick passieren kann? Dabei spricht man von sogenanntem Einkoten, und das kommt tatsächlich häufiger vor, als viele denken. Gemeint ist damit, dass Stuhl ungewollt in der Unterwäsche landet, anstatt auf der Toilette.
Wenn Ihr Kind älter als vier Jahre ist und solche Missgeschicke weiterhin auftreten, ist es sinnvoll, dies ärztlich abklären zu lassen, um andere Ursachen auszuschließen. Studien zufolge sind etwa 3 % der Vierjährigen von Einkoten, medizinisch auch Enkopresis genannt, betroffen. Mit zunehmendem Alter tritt es seltener auf [1, 2].
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt nichts Ernstes dahinter und es gibt einiges, was Sie tun können. In diesem Artikel erfahren Sie, warum es zum Einkoten kommen kann und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, solche Missgeschicke zu vermeiden und besser damit umzugehen.
Wichtiger Hinweis: Diese Zahlen dienen lediglich der allgemeinen Orientierung und jedes Kind ist anders. Wenn Sie sich Sorgen machen, sollten Sie sich immer an eine Kinderarztpraxis oder eine andere medizinische Fachperson wenden.
Was verursacht Einkoten bei Kindern?
Verstopfung ist eine der häufigsten Ursachen für Missgeschicke nach dem Trockenwerden. Etwa jedes vierte Kind ist irgendwann davon betroffen.
Bleibt Stuhl über längere Zeit im Darm, kann sich der Enddarm zunehmend ausdehnen. Dadurch kann Ihr Kind den Stuhldrang möglicherweise schlechter wahrnehmen. Es kann außerdem passieren, dass weicherer Stuhl an der Verstopfung vorbeigelangt und unbemerkt in der Unterwäsche landet.
Woran Sie eine Verstopfung erkennen können
- Stuhlgang mindestens alle drei Tage: Weicher, mittelgroßer Stuhl, der sich ohne Schwierigkeiten ausscheiden lässt, ist in der Regel ein gutes Zeichen.
- Harter oder festsitzender Stuhl: Harter, kleiner Stuhl oder das Gefühl, dass der Darm nach dem Toilettengang nicht vollständig entleert ist, können auf eine Verstopfung hindeuten.
Tipp: Die Bristol-Stuhlformen-Skala kann dabei helfen, die Beschaffenheit des Stuhls besser einzuschätzen.
Was kann harten Stuhl verursachen?
- Zu wenig Ballaststoffe: Ballaststoffe aus Obst und Gemüse unterstützen eine regelmäßige Verdauung. Wenn Sie unsicher sind, wie viel Obst und Gemüse für Kinder unterschiedlichen Alters empfohlen wird, finden Sie weitere Informationen in diesem Leitfaden der Europäischen Kommission.
- Zu wenig Flüssigkeit: Wenn Kinder nicht ausreichend trinken, kann der Stuhl härter und die Darmentleerung schwieriger werden. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollten Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren täglich etwa 1.300 ml Flüssigkeit aufnehmen, Kinder zwischen vier und acht Jahren etwa 1.600 ml. Für Jungen zwischen neun und 13 Jahren werden 2.100 ml und für Mädchen im gleichen Alter 1.900 ml angegeben. Ab 14 Jahren sind es etwa zwei Liter täglich [3].
- Angst oder Unsicherheit beim Toilettengang: Wenn Kinder Angst vor der Toilette haben, beispielsweise aufgrund von Reizempfindlichkeit oder weil sie beim Stuhlgang bereits Schmerzen erlebt haben, kann dies dazu führen, dass sie den Stuhl zurückhalten und eine Verstopfung entsteht.
- Belastende Situationen: Auch Stress, beispielsweise durch Konflikte in der Familie oder Mobbing in der Schule, kann eine Verstopfung begünstigen.
Andere mögliche Ursachen neben Verstopfung
Verstopfung ist zwar eine häufige Ursache für Einkoten, es kommen jedoch auch andere Gründe infrage. Wenn Sie vermuten, dass etwas anderes dahinterstecken könnte, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen.
Mögliche Ursachen können sein:
- Neurologische Erkrankungen oder Entwicklungsverzögerungen können in manchen Fällen die Darmfunktion beeinflussen.
- Veränderungen oder Probleme im Bereich des Enddarms oder Afters können ebenfalls Beschwerden verursachen.
- Nach Operationen am Enddarm kann es vorübergehend zu Verstopfung kommen.
Denken Sie daran: Jedes Kind ist anders. Wenn Sie sich wegen der Verdauung oder des Toilettenverhaltens Ihres Kindes Sorgen machen, wenden Sie sich am besten an eine Kinderarztpraxis oder eine andere medizinische Fachperson.
Dort kann gemeinsam mit Ihnen nach der Ursache gesucht und die passende Unterstützung gefunden werden, damit der Toilettengang für Ihr Kind wieder entspannter wird.